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Die 12 Apostel

12 Apostel

Jesus wurde auf seinem Weg durch Palästina als Wanderprediger und Seelsorger immer wieder von Menschen begleitet. Zu ihnen zählen als die engsten Vertrauten zwölf Männer, die Jesus als seine Jünger berufen und zur Verkündigung des Glaubens beauftragt hat. Darum werden sie auch Apostel (= Gesandter) genannt.
Ist Ihnen diese Gruppe vertraut? Kenne Sie zumindest Ihre Namen?
Wir Pfarrer des Eibenstocker Konvents wollen Ihnen in diesem Jahr die zwölf Jünger Jesu vorstellen.

  • Petrus
  • Judas Thaddäus
  • Judas Ischariot
  • Andreas
  • Thomas
  • Johannes
  • Simon Zelotes
  • Matthäus-Levi
  • Jakobus Zebedäus
  • Jakobus der Jüngere
  • Philippus
  • Bartholomäus

    Die Konfirmandin Chantal trifft den Apostel Bartholomäus zum Interview.

    Ch: Hallo, ich bin die Chantal und mit wem hab ich die Ehre?Bartholomäus

    B: Bartholomäus nennt man mich. Das würde bei euch so etwas wie „Bauernsohn“ heißen.

    Ch: Eh Leute, habt ihr alle so komische Namen? Ich werde dich einfach Bart nenne, wie Bart Simpson. Da kann ich mir wenigstens was drunter vorstellen. Kennst du den?

    B: Klar, das ist doch dieser freche Rotzlöffel aus der Simpson-Familie. Ich bin schließlich nicht von gestern!

    Ch: Nicht von gestern? Der ist gut! Schließlich warst du doch einer, von den Freunden von Jesus – und das dürfte jetzt so gestreckte 2000 Jahre her sein!

    B: Ok, wenn du meinst – ich hab auch noch was anders zu tun, als mit Gören zu schwätzen!

    Ch: Jetzt sei doch nicht gleich beleidigt, Bart. Ich mein ja nur – das ist schon ganz schön lange her! Eigentlich bin ich ja nur hier, um zu erfahren, wie das damals war mit dir und Jesus. Wie bist du eigentlich an den geraten?

    B: Ach, nicht so wichtig!

    Ch: Na höre mal, was heißt nicht so wichtig. Auch bei uns gibt es noch Menschen, die sich zu den Freunden und Freundinnen von Jesus zählen. Ich z.B.. Und alle haben ihre Geschichte, wie sie dazugekommen sind. Das ist das eigentlich Spannende. Christ wird man ja nicht, weil man zu einem bestimmten Volk gehört, wie Engländer oder eben Jude.

    B: Na gut, aber das ist etwas peinlich.

    Ch: Ok, bleibt unter uns, Bart!

    B: Also, ich war noch ziemlich jung. Und so ein bisschen auf Kontra, wenn du verstehst, was ich meine.

    Ch: Cool – also du hast dir nicht so leicht ein X für ein U vormachen lassen, und wenn da irgendeine Respektsperson etwas behauptet hat, bist du auch nicht gleich darauf abgefahren.

    B: Genau! Und da kommt doch eines Tages Philippus, ein Freund meines Vaters, aus dem Nachbardorf Bethsaida zu mir – völlig high und mit leicht verdrehten Augen – und erzählt irgend etwas von einem Jesus, der der verheißene Retter sein soll, den unsere heiligen Schriften vorhergesagt haben. Er wäre ein Sohn des Joseph und käme aus Nazareth. Da war für mich Schluss!

    Ch: Äh, wieso? Na ja, klingt alles etwas überdreht, aber kann doch so gewesen sein oder?

    Michelangelo, Rom, Sixtinische Kapelle.
    Apostel Bartholomäus mit Messer und seiner abgezogene Haut. (Er selbst sieht relativ unversehrt aus.) Das Bild auf der Haut soll ein Selbstportrait Michelangelos sein.

    B: Ich bitte dich: Nazareth! Verstehst du? Aus Nazareth hat er gesagt. Der Messias kommt aber nicht aus einer dreckigen Provinzstadt in Galiläa! Der ist der Nachfolger des Königs David und kommt deshalb aus … . Na – das weiß doch jedes Kind!

    Ch: Kein Plan, Bart, mach’s nicht so spannend!

    B: Na aus Bethlehem. „Was soll denn aus Nazareth schon Gutes kommen“ – ich hab‘s dummerweise damals nicht nur gedacht.

    Jedenfalls bin ich mit Philippus mitgegangen, und kaum hat mich Jesus gesehen, da bekam der fast einen Lachkrampf: „Schaut ihn euch an, Leute“, sagte er lachend und zeigte auf mich „Durch und durch ein waschechter Mann aus Israel. Der hatte seine Überzeugung schon in Stein gemeißelt, bevor er auf die Welt kam!“ Das ist so ein Sprichwort bei uns, musst du wissen – und leider kein Lob.

    Ch: Na und dann?

    B: Ja, ich hab mich natürlich ertappt gefühlt. Woher kannte der mich? Hat mich ja noch nie gesehen! Jesus muss wohl mitbekommen haben, was ich kurz vorher über ihn gesagt hatte, das von Nazareth und so.

    Ch: Und du bist dann nicht einfach wieder abgezogen? Ich weiß nicht, wenn ich mit jemandem zusammenleben müsste, der mich immer sofort durchschaut …?

    B: Nein, von da an war ich auf der Seite von Jesus! Mag sein, dass er immer wusste, was ich dachte, und bestimmt kamen da noch ganz andere Gurken ans Licht als dieser dämliche Spruch damals. Aber Jesus hat mich sofort in sein Herz geschlossen, obwohl er mich durch und durch kannte. Das will was heißen.

    Ch: Wem sagst du das. Aber eh – mal was anderes. Wenn ich hier in meiner Bibel diese Geschichte suche, dann schreibt dort Johannes was von Nathanael, nicht von Bartholomäus. Warst also du gar nicht du?

    B: Na doch. Hatte ich das nicht erwähnt? Mein voller Name ist Nathanael, Bar Tholmai. Also Bartholomäus, „Sohn des Bauern“, wie ich schon sagte, ist mein Zuname. Eigentlich ist der erste Name schöner: „Gott hat gegeben“ heißt das. Und mir hat Gott jedenfalls eine ganz neue Sicht auf die Welt gegeben und eigentlich auch so was wie ein neues Leben.

    Ch: So etwa, wie es dann Jesus kurz hinterher dem Nikodemus versucht zu erklären: „Du musst von neuem geboren werden“?

    B: Ja, wenn man sich auf Jesus eingelassen hat, war das tatsächlich so, als wenn man noch einmal auf die Welt kommt. Total neu alles und anders als vorher.

    Ch: Nun erzähl uns aber noch mal, wie es weiterging, Bart! Also nachdem Jesus nicht mehr da war. In der Apostelgeschichte hört man von dir ja nichts mehr!

    B: OK, da waren andere wichtiger: Petrus und Johannes und dann Paulus natürlich. Aber ich bin auch ganz schön rumgekommen. Ich war in dem Gebiet, das ihr heute Armenien nennt. Die Tochter des Königs Polymios hatte eine schlimme Krankheit. Mit Gottes Hilfe ist sie gesund geworden. Der König und die ganze Stadt haben sich darauf zu Christus bekehrt und die Götzen-Standbilder umgestoßen. Aus einem dieser gestürzten Statuen ist dann auch noch eine grässliche Gestalt ausgefahren: „schwärzer als Ruß, mit scharfem Angesicht, langem schwarzem Bart und schwarzen Haaren, die bis auf seine Füße gingen, die Hände aber mit feurigen Ketten auf dem Rücken gebunden.“ - so hab ich das jedenfalls damals gesehen.

    Ch: Buh, krass. Muss der Teufel selbst gewesen sein.

    B: Keine Ahnung – gefährlich war der aber nicht. Der Bruder des Königs schon. Der hat das ganze Land gegen Polymios und gegen mich aufgewiegelt. Und das konnte nicht gut ausgehen.

    Ch: Ja, hab davon gehört: Man hat dir bei lebendigem Leib die Haut abgezogen, wird erzählt, gruselig! Deshalb wirst du ja immer mit einem großen Messer dargestellt. Ich hab dich sofort erkannt.

    B: Und dann haben sie mich hinterher gekreuzigt, wie Jesus Christus auch.

    Übrigens, wenn du mal nach Frankfurt kommst: Dort im Dom bewahren die Leute einen Teil meines Kopfes auf.

    Ch: Ohne Haut, nehm ich an und wahrscheinlich auch ohne Namensschild auf der Stirn?

    B: Na, daran glauben musst du schon. Aber wichtiger ist es, dass du an Jesus Christus glaubst und von dem gibt es keine Reliquien.

    Ch: Tu ich doch, Bart. Aber jetzt muss ich los. Tschüss und vielen Dank für das Interview.

    Pfarrer Hans-Christian Moosdorf, bis Aug. 2019 Schönheide, jetzt Leipzig

     

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