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Die 12 Apostel

12 Apostel

Jesus wurde auf seinem Weg durch Palästina als Wanderprediger und Seelsorger immer wieder von Menschen begleitet. Zu ihnen zählen als die engsten Vertrauten zwölf Männer, die Jesus als seine Jünger berufen und zur Verkündigung des Glaubens beauftragt hat. Darum werden sie auch Apostel (= Gesandter) genannt.
Ist Ihnen diese Gruppe vertraut? Kenne Sie zumindest Ihre Namen?
Wir Pfarrer des Eibenstocker Konvents wollen Ihnen in diesem Jahr die zwölf Jünger Jesu vorstellen.

  • Petrus
  • Judas Thaddäus
  • Judas Ischariot
  • Andreas
  • Thomas
  • Johannes
  • Simon Zelotes
  • Matthäus-Levi
  • Jakobus Zebedäus

    Jakobus der ÄltereJakobus Zebedäus

    In den Evangelien wird von drei Personen berichtet, die den Namen „Jakobus“ tragen: Da ist zunächst der „Herrenbruder“: Jesus hatte demnach einen Bruder dieses Namens. Dann gibt es den Jünger Jakobus Alphäus, auch „Jakobus der Jüngere“ genannt – in Unterscheidung zu „Jakobus dem Älteren“. Letzterer ist der Jünger, um den es hier geht.

    Im Gegensatz zu Jakobus Alphäus, welchem man ein mildes und bescheidenes Wesen nachrühmt, ist Jakobus Zebedäus – wie auch sein Bruder Johannes – durch ein aufbrausendes Verhalten aufgefallen: Jesus muss das Brüderpaar jedenfalls als zwei Choleriker erlebt und ertragen haben, weshalb er ihnen denn auch den Spitznamen „Donnersöhne“ (Mk 3,17) verpasst hat.

    Die Zebedäussöhne waren ursprünglich Fischer. Als Brüderpaar hat sie Jesus zu sich in seine Jüngerschar berufen. Gemeinsam mit Simon Petrus galten sie als die drei ihm am nächsten stehenden Jünger: So sollen die Zebedäussöhne und Petrus als Augenzeugen mit dabei gewesen sein auf dem Berg der Verklärung (Mt 17).

    Und wiederum sind es diese drei Jünger, die im Garten Gethsemane ihrem Meister nahe sind und mit ihm beten und wachen sollen, jedoch immer wieder vom Schlaf übermannt werden.

    Jakobus und sein Bruder Johannes werden uns in den Evangelien gezeigt auch in ihren menschlich-allzumenschlichen Wesenszügen: Da wird erzählt, wie sie bei günstiger Gelegenheit Jesus beiseite nehmen und für die Zeit seiner künftigen Königsherrschaft „hohe Posten“ innerhalb des himmlischen Machtapparates für sich herausschlagen wollen: „Gib uns, dass wir sitzen einer zu deiner Rechten und einer zu deiner Linken in deiner Herrlichkeit.“ (Mk 10,37). Mit diesem Ansinnen entlarven sie sich selbst: Sie offenbaren, dass ihre Jesus-Gefolgschaft nicht ganz selbstlos ist. Die Em

    Albrecht Dürer, Jakobus der Ältere (1516) Florenz Galleria degli Uffizi

    pörung der übrigen Jünger über die Zebedäussöhne und deren karriereversessenes, anbiederndes Verhalten ist sehr gut nachvollziehbar. Die Donnersöhne zeigen sich hier gewiss nicht in einem vorteilhaften Licht. Dem Verfasser des Matthäusevangeliums war dies sicher bewusst. Wohl deshalb hat er in seinem Bericht die Zebedäus-Söhne etwas aus der Schusslinie genommen: Er lässt entlastungshalber die Mutter der Donnersöhne auf den Plan treten. Bei Matthäus ist es also nunmehr die ehrgeizige Mutter, die bei Jesus vorstellig wird und für ihre Söhne um die begehrten Ehrenposten im Himmel bittet. Nach dieser Erzählvariante werden die Zebedäussöhne „geschont“. Die „Peinlichkeit“ wird stattdessen ihrer Mutter „angehängt“. Die ältere Erzählvariante nach Markus, wonach die Brüder selbst die Bitte ausgesprochen haben, dürfte die zutreffendere sein.

    Was daraus zu erkennen ist? Auch die Jünger und späteren Apostel sind Menschen gewesen mit ihren Stärken und Schwächen, mit „Ecken und Kanten“. Trotzdem hat Jesus diese „ausgeprägten“ Persönlichkeiten um sich geschart und hat es mit ihnen ausgehalten – gemäß der Maxime: „Nehmen sie die Menschen, wie sie sind. Andere gibt es nicht.“ Das Unvollkommene gehört zum Leben. Durch Unvollkommenes kann dennoch Bedeutendes geschehen. „Gott schreibt auch auf krummen Zeilen gerade.“

    Pfarrer Christof Schumann, Johanngeorgenstadt

     

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