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Die 12 Apostel

12 Apostel

Jesus wurde auf seinem Weg durch Palästina als Wanderprediger und Seelsorger immer wieder von Menschen begleitet. Zu ihnen zählen als die engsten Vertrauten zwölf Männer, die Jesus als seine Jünger berufen und zur Verkündigung des Glaubens beauftragt hat. Darum werden sie auch Apostel (= Gesandter) genannt.
Ist Ihnen diese Gruppe vertraut? Kenne Sie zumindest Ihre Namen?
Wir Pfarrer des Eibenstocker Konvents wollen Ihnen in diesem Jahr die zwölf Jünger Jesu vorstellen.

  • Petrus
  • Judas Thaddäus
  • Judas Ischariot
  • Andreas
  • Thomas
  • Johannes
  • Simon Zelotes
  • Matthäus-Levi

    Matthäus LeviMatthäus Levi

    Wo immer auch die Evangelien im Neuen Testament die Apostel auflisten – Matthäus Levi ist dabei. Die Evangelisten Matthäus, Markus und Lukas berichten davon, dass er Zöllner in der Hafenstadt Kapernaum ist. Als Zolleintreiber steht er in Diensten der Besatzungsmacht – und wird deshalb wohl von den meisten Juden verachtet. Sein Beruf lässt vermuten, dass Matthäus eine gewisse Bildung zu eigen war. Vom Zoll unmittelbar weg ruft Jesus ihn in die Nachfolge. Offen bleibt, warum Jesus ausgerechnet auf ihn zugeht, ihn ruft. Es gibt keine Erzählung, die Matthäus zuvor etwa als interessierten Predigt-Zuhörer erwähnt – oder als einen derer, die mit Jesus reden, ihn fragen oder prüfen wollen. Jesus sieht ihn, ruft ihn – und Matthäus steht auf und folgt ihm. Und das erste, das sie gemeinsam tun: Sie essen miteinander. Das Essen schafft eine besondere Beziehung zwischen Jesus und Matthäus. Von nun an gehören sie zusammen.

    Die Väter der ersten Jahrhunderte gehen zumeist davon aus, dass „Matthäus“ und „Levi“ Namen derselben Person sind. Manche Theologen unserer Tage bezweifeln dies.

    Die diversen Überlieferungen der ersten Jahrhunderte weisen ihm sehr unterschiedliche L

    Hendrick ter Brugghen (1588 - 1629): Die Berufung des Matthäus-Levi

    änder als Wirkungsgebiete zu. Bis zum Jahre 42 soll er in Jerusalem gelebt haben.

    Danach berichten verschiedene Autoren von seinem Predigtdienst in Mesopotamien, Persien und sogar Äthiopien.

    Eine Legende erzählt, dass er den Tod durch einen Dolch fand, als er einem König die Heirat mit seiner Nichte untersagte. Andere berichten, er sei enthauptet oder auch verbrannt worden.

    Der 21. September gilt in der evangelischen und der katholische Kirche als Gedenktag für Matthäus. In der orthodoxen Kirche wird seiner am 16. November gedacht.

    Beeindruckend ist für mich immer wieder der sehr kurze Bericht über die Berufung des Zöllners Matthäus.

    Es macht den Eindruck, als habe er dort an seinem Zolltisch gesessen und getan, was er eben alle Tage getan hat – und doch nur darauf gewartet, dass Jesus vorbeikommt und ihn ruft. Damit rechnen, dass Jesus ihn auch nur sieht oder gar anspricht, das konnte er nicht wirklich. Dass der Rabbi ausgerechnet ihn ruft – das ist eigentlich undenkbar. Und doch – als Jesus kommt und sagt „Folge mir!“, da findet Jesus den Matthäus bereit. Keine Ausflucht. Kein „Ich muss erst noch nach Hause und meiner Familie Bescheid sagen.“ oder „Ich muss hier erst noch aufräumen, die Unterlagen ordentlich zusammenlegen und das Geld sicher verwahren.“ Es heißt schlicht: „Und er stand auf und folgte ihm.“ Als hätte er eben doch erwartet, dass dieser Ruf kommt.

    Auf welchen Ruf warten wir? Und kann ich auf Gottes Ruf heute so frei reagieren, wie Matthäus? Das gebe Gott.

    Pfarrer Jens Giese, Sosa

     

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